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Geschichte

 

Freudental liegt im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Rund 2.500 Einwohner leben auf einer Fläche von ca. 5 km².

Freudental wurde erstmals 1304 urkundlich erwähnt und entstand aus zwei adligen Gütern. Über die Adelsherrschaften und ihre Verflechtungen mit den wechselhaften Epochen europäischer Geschichte erhielten das Dorf und seine Menschen eine andere Prägung als die umliegende Dörfer.

1727 erwarb die württembergische Landhofmeisterin Gräfin von Würben, geb. von Graevenitz das Dorf Freudental von der Ritterfamilie Zobel von Gibelstadt, einer Seitenlinie derer von Thüngen. Durch diesen Kauf erhielt sie Sitz und Stimme auf der schwäbischen Ritterbank. Sie nannte sich nun „Christina Wilhelmina, Reichsgräfin von Würben und Freudental, regierende Gräfin zu Welzheim und Gochsheim, Frau auf Freudental und Neckar-Boyhingen, geb. Gräfin von Graevenitz“.

Durch die morganatische Ehe, die der württembergische Herzog Eberhard Ludwig mit ihr einging (obwohl er bereits seit 1697 mit der badischen Prinzessin Johanna Elisabetha verheiratet war), wurde sie in ihrer Zeit weit über die Grenzen des Herzogtums Württemberg hinaus bekannt.

Trotz der erzwungenen Aufhebung dieser Ehe 1708 gelang es ihr, die Gunst des Herzogs über viele Jahre zu bewahren. Erst 1731 wurde Wilhelmine von Würben gestürzt und aus Württemberg ausgewiesen. Während ihrer Zeit hat sie es in bemerkenswerter Weise verstanden, Einfluss auf Politik und Gesellschaft Württembergs zu gewinnen, allerdings um den Preis, zu einer vielgehassten Frau zu werden.

Die bei der frommen und armen Bevölkerung verhasste "Landverderberin" Graevenitz regte den prunkvollen Bau von Schloss Ludwigsburg und der Stadt Ludwigsburg ("Lumpenburg") an. Gleichzeitig ließ sie ab 1729 anstelle des alten unteren Schlosses durch den berühmten Oberbaumeister Paolo Retti, der auch das Ludwigsburger Schloss in seinen wesentlichen  Teilen erbaut hatte, ein neues Schloss errichten und den dazugehörigen Park teilweise anlegen, u.a den ersten See, den sog. "Vogelsee".

Nach der Vertreibung der Graevenitz wurde in einem Vergleich 1732/1736 Schloss Freudental vom Haus Württemberg gekauft. Bis 1810 unterhielt die Hofkammer in den Räumen des Schlosses das Oberforstamt Stromberg.

Ab dem Jahre 1810 wurde die Schlossanlage zur Sommerresidenz des württembergischen Königs Friedrich I. Bis 1816 ließ König Friedrich den Kavalierbau (Flügel) und Prinzenbau (heute Rathaus), den "Langen Stall" (Scheune und Ökonomiegebäude), den Geflügelhof (heute „Hühnerhaus“), die Kaserne (Schlossstrasse 8), ein Treibhaus und eine Gärtnerei, die Springbrunnen und Seen in einem Garten im Empire-Stil errichten. Das „Königssträßle“ Richtung Bietigheim-Ludwigsburg wurde ausgebaut, ein Jagdschloss am Teufelsberg (Schömberg) errichtet und der Ort insgesamt modernisiert.

Außerhalb der Jagdsaison nutzte die Hofkammer die weitläufige Anlage. Von 1867-1903 wohnten die Pensionärinnen des Katharinenstifts Stuttgart im Schloss bis es im  Jahr 1903 Freiherr Wilhelm Schertel von Burtenbach vom württembergischen Königshaus erwarb.

Doch bereits 1911 wechselte die Residenz schon wieder den Besitzer. Der Verband der Stuttgarter Ortskrankenkassen kaufte das Schloss für 70.000 Mark und richtete in den Räumen ein Erholungsheim ein und veränderte/baute Teile der Anlage neu (Hühnerhaus, Kegelbahn, Maschinenhaus, Kesselhaus, Ochsenbraterei /Wäscherei).

1914-1918 diente das Schloss als Lazarett im 1. Weltkrieg, danach war es wieder Erholungsheim und von 1939 – 1945 Larazett im 2. Weltkrieg. In den ersten Nachkriegsjahren dienten Räume und Park als Lungensanatorium.

1961 erwarb der Landkreis Ludwigsburg Schloss Freudental für 730.000 DM und sanierte es mit weiteren 500.000 DM, um es als zentrales Altersheim bis zum April 2004 zu nutzen.

1971-1976 wurden bei einer erneut notwendigen Modernisierung die Räume für 34 Altenheim‑ und 54 Pflegeheimplätze umgebaut.

Am 12. Juli 2007 erwarb der Bietigheimer Kunsthändler und Verleger Rudolf Bayer den Park und das von Graevenitz Schloss Freudental.

 

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